Skip to main content

Aktuelle Informationen aus der vhs

Bleiben Sie auch informiert mit unserem Newsletter.

Zugang zu Integrationskursen massiv eingeschränkt Volkshochschulen warnen vor gravierenden Folgen für Arbeitsmarkt und gesellschaftlichen Zusammenhalt

Das Bundesinnenministerium (BMI) schränkt den Zugang zu Integrationskursen für freiwillig Teilnehmende drastisch ein. Wie das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in einem Trägerrundschreiben vom 9. Februar 2026 mitteilt, werden Anträge auf freiwillige Teilnahme rückwirkend zum 1. Dezember 2025 und bis auf Weiteres abgelehnt.
Künftig dürfen nur noch Personen an Integrationskursen teilnehmen, die von Jobcentern, Ausländerbehörden oder Sozialämtern verpflichtet werden.

130.000 integrationswillige Menschen betroffen

Von der Einschränkung betroffen sind unter anderem Asylsuchende, Geduldete, Menschen aus der Ukraine sowie EU-Bürgerinnen und -Bürger. Rund 130.000 Menschen deutschlandweit verlieren damit den Zugang zu einem systematischen, staatlich geförderten Spracherwerb. Statt regulärer Integrationskurse bleiben künftig lediglich Selbstlernangebote oder begrenzte Erstorientierungskurse.

„Integration ist eine Investition in die Zukunft“

Dr. Regine Sgodda, Vorstand des Bayerischen Volkshochschulverbands (bvv), kritisiert die Entscheidung deutlich:

„Sprache ist der Schlüssel zu Bildung, Arbeit und gesellschaftlicher Teilhabe. Wer motivierten Menschen den Zugang zu Integrationskursen verwehrt, behindert Integration und verschärft bestehende Probleme, statt sie zu lösen.“

Angesichts des bestehenden Fachkräftemangels sei die Maßnahme volkswirtschaftlich kurzsichtig. Prognosen zufolge werden bis 2035 über sieben Millionen Arbeitskräfte in Deutschland fehlen.

Massive Auswirkungen auf Volkshochschulen

Volkshochschulen führen bundesweit nahezu jeden dritten Integrationskurs durch. Freiwillig Teilnehmende machten zuletzt rund 55 Prozent aller Kursteilnehmenden aus. Ohne diese Gruppe wird vielerorts die vorgeschriebene Mindestteilnehmerzahl nicht mehr erreicht. Die Folgen sind absehbar:

  • Kursabsagen
  • längere Wartezeiten für verpflichtete Teilnehmende
  • Wegfall von Honorarverträgen
  • Kurzarbeit oder Kündigungen
  • wirtschaftliche Belastungen durch leerstehende Unterrichtsräume

In Bayern rechnet der Bayerische Volkshochschulverband mit dem Wegfall von rund 1.500 Integrationskursen. Etwa 27.000 Menschen verlieren ihren Anspruch auf Teilnahme.

Fehlende Planungssicherheit und keine Übergangsregelung

Besonders kritisch bewertet der bvv die fehlende vorbereitende Kommunikation sowie das Ausbleiben von Übergangsregelungen. Für die Träger entsteht dadurch erhebliche Planungsunsicherheit.

Volkshochschulen als verlässliche Partner

Seit über 20 Jahren sind Volkshochschulen verlässliche Partner des Bundes in der Integrationsarbeit. Die jetzige Entscheidung gefährdet bewährte Strukturen und langfristig aufgebaute Expertise.

Zur Pressemitteilung des Bayerischen Volkshochschulverbandes.

18.02.26 13:37:24